Skip to main content

Die größten Silberproduzenten der Welt und was das für die Versorgung bedeutet


Das Wichtigste in Kürze

  • Mexiko, Peru und China fördern zusammen mehr als die Hälfte des weltweiten Minensilbers, wobei Mexikos Vorsprung schrumpft.
  • Fast drei Viertel des Silbers entstehen als Nebenprodukt beim Abbau von Blei, Zink, Kupfer und Gold. Das Angebot reagiert deshalb kaum auf steigende Preise.
  • Der Silbermarkt verzeichnete 2025 das fünfte Defizitjahr in Folge, und auch für 2026 erwartet das Silver Institute eine Versorgungslücke.

Silber begleitet mich jeden Tag. Bei BullionArt verwandeln Künstlerinnen und Künstler Anlagebarren aus Feinsilber in Skulpturen. Wer sich mit Silber als Wertanlage beschäftigt, stößt früher oder später auf die Frage, woher das Metall eigentlich kommt. Die Antwort führt in die Anden, in die Hochebenen Mexikos, in die Kupferreviere Polens und in chinesische Minen für Blei und Zink.

In diesem Ratgeber stelle ich Ihnen die wichtigsten Förderländer und Unternehmen vor. Außerdem geht es um die Frage, wie verlässlich die Versorgung mit einem Metall ist, das zu großen Teilen nur nebenbei gefördert wird, und was das für Anleger und Sammler bedeutet.

Zu unserer Kunst aus echtem Silber

Die größten Silberproduzenten nach Ländern

Laut dem US Geological Survey wurden im Jahr 2025 weltweit rund 26.000 Tonnen Silber in Minen gefördert (Quelle: USGS Mineral Commodity Summaries 2026). Das entspricht etwa 836 Millionen Unzen. Das Silver Institute kommt in seinem World Silver Survey 2026 auf 846,6 Millionen Unzen und ein Plus von 3 % gegenüber dem Vorjahr.

RangLandMinenproduktion 2025 (Schätzung)Anteil an der Weltproduktion
1Mexiko6.300 Tonnen24,2 %
2Peru3.600 Tonnen13,8 %
3China3.400 Tonnen13,1 %
4Bolivien1.500 Tonnen5,8 %
5Chile1.400 Tonnen5,4 %
6Polen1.300 Tonnen5,0 %
7Russland1.200 Tonnen4,6 %
8USA1.100 Tonnen4,2 %
9Australien1.000 Tonnen3,8 %
10Argentinien800 Tonnen3,1 %

Quelle: USGS Mineral Commodity Summaries 2026, Anteile eigene Berechnung auf Basis von 26.000 Tonnen Weltproduktion

Mexiko: Spitzenreiter mit schwindendem Vorsprung

Mexiko ist seit Jahrzehnten das Silberland schlechthin. Doch der Glanz verblasst: Nach Daten des Silver Institute sank die mexikanische Förderung 2025 zum dritten Mal in Folge, und zwar um 5 % auf 172,9 Millionen Unzen (Quelle: Mining Visuals, auf Basis des World Silver Survey 2026). Als Gründe gelten sinkende Erzgehalte in der großen Mine Peñasquito, erschöpfte Lagerstätten und die Politik der Regierung.

Peru und China: die Verfolger

Peru steigerte seine Förderung 2025 um 7 % auf 130,6 Millionen Unzen, getragen von höheren Erzgehalten in der Mine Antamina, die vor allem Kupfer und Zink fördert. China folgt mit 112,8 Millionen Unzen.

Russland und Marokko: die Aufsteiger

Die dynamischste Entwicklung zeigt Russland: Dank des Hochlaufs der Lagerstätte Prognoz wuchs die Förderung um 23 % auf 56,0 Millionen Unzen. Marokko legte sogar um 50 % zu, allerdings auf niedrigem Niveau.

Die größten Silberproduzenten nach Unternehmen

Auf Unternehmensebene zeigt sich ein zweigeteiltes Bild. Nur wenige Konzerne verdienen ihr Geld hauptsächlich mit Silber, die meisten gewinnen es nebenbei.

UnternehmenSitzSilberproduktionSilber als
Fresnillo plcMexiko47,6 Mio. Unzen (2025)Hauptprodukt
KGHM Polska MiedźPolen1.341 Tonnen, rund 43 Mio. Unzen (2024)Nebenprodukt aus Kupfer
GlencoreSchweizkeine gesonderte AngabeNebenprodukt aus Zink, Blei und Kupfer
Pan American SilverKanadaüber 20 Mio. UnzenHauptprodukt neben Gold

Quellen: Industrial Info Resources zu Fresnillo, KGHM via MarketScreener, Lynx zu Pan American Silver

Beim Weltmarktführer Fresnillo sank die Förderung 2025 um 12,3 %, für 2026 plant das Unternehmen nur noch 42 bis 46,5 Millionen Unzen. Bemerkenswert finde ich die Rolle von KGHM: Der polnische Kupferkonzern betreibt laut World Silver Survey 2025 die größte Silbermine der Welt und liefert sein Silber mit einem Feingehalt von 99,99 %.

Hier geht’s zu unserer Kunst!

Warum Silber meist nur ein Nebenprodukt ist

Hier liegt der Schlüssel zum Verständnis der Versorgung. Im Jahr 2025 stammten nur 26,1 % des weltweiten Silbers aus reinen Silberminen. Der Rest fiel beim Abbau anderer Metalle an: 29,4 % aus Minen für Blei und Zink, 28,0 % aus Kupferminen und 15,9 % aus Goldminen (Quelle: Statista, Silberproduktion nach Quellen 2025).

Die Folge ist ein ungewöhnlicher Markt. Eine Kupfermine erhöht ihre Förderung nicht, weil der Silberpreis steigt, denn Silber macht dort nur einen kleinen Teil der Erlöse aus. Das Angebot reagiert daher träge auf Preissignale. Selbst ein Preisanstieg um durchschnittlich 42 % im Jahr 2025 ließ die Minenproduktion nur um 3 % wachsen. Für 2026 erwartet das Silver Institute sogar eine leicht sinkende Förderung von 844,1 Millionen Unzen (Quelle: Investing News Network).

Was das für die Versorgung bedeutet

Das Defizit hält an

Der Silbermarkt verbraucht seit Jahren mehr, als Minen und Recycling liefern. 2025 lag die Gesamtnachfrage bei rund 1,13 Milliarden Unzen, davon entfielen 657,4 Millionen Unzen auf die Industrie. Das Defizit betrug 40,3 Millionen Unzen, für 2026 rechnet das Silver Institute mit 46,3 Millionen Unzen (Quelle: World Silver Survey 2026, via Investing News Network). Diese Lücke schließen nur Bestände aus Tresoren und Lagern. Wie sich dieses Missverhältnis entwickelt hat, beleuchten wir auch in unserem Beitrag Silber: Weltweites Angebot kann die Nachfrage kaum decken.

Hohe Konzentration, steigende Risiken

Da Mexiko, Peru und China nach Daten des USGS rund 51 % der Minenproduktion vereinen, wirken sich Streiks, Unwetter oder politische Eingriffe in einem dieser Länder unmittelbar auf den Weltmarkt aus. Hinzu kommt die geopolitische Dimension: Die USA importieren netto 77 % ihres Silberbedarfs und haben Silber im November 2025 auf ihre Liste kritischer Mineralien gesetzt (Quelle: USGS 2026). Der wachsende Anteil Russlands steht dem westlichen Markt zudem nur eingeschränkt zur Verfügung, denn die LBMA hat russische Raffinerien im März 2022 von ihrer Good Delivery List suspendiert (Quelle: LBMA).

Reserven: Wer fördert morgen noch?

Aufschlussreich ist das Verhältnis von Förderung zu Reserven. Die weltweiten Silberreserven beziffert der USGS auf 610.000 Tonnen, rechnerisch etwa 23 Jahre heutiger Förderung.

LandReservenReichweite bei Förderung 2025
Peru110.000 Tonnenrund 31 Jahre
Russland92.000 Tonnenrund 77 Jahre
China67.000 Tonnenrund 20 Jahre
Polen59.000 Tonnenrund 45 Jahre
Mexiko37.000 Tonnenrund 6 Jahre

Quelle: USGS Mineral Commodity Summaries 2026, Reichweite eigene Berechnung

Diese statische Reichweite ist eine Momentaufnahme, denn Exploration und neue Technik erweitern Reserven laufend. Dennoch zeigt sie eine klare Tendenz: Das Gewicht der Förderung dürfte sich langfristig von Mexiko nach Peru, Russland und Polen verschieben. Zudem vergehen von der Entdeckung einer Lagerstätte bis zur ersten Förderung in der Regel viele Jahre.

Recycling als zweite Quelle

Aus dem Recycling stammten 2025 rund 197,6 Millionen Unzen, der höchste Wert seit zwölf Jahren und knapp ein Fünftel des Angebots aus Mine und Recycling. Die Lücke schließt das Recycling dennoch nicht, weil viel Silber in Elektronik und Solarmodulen in winzigen Mengen verteilt ist. In unserem Ratgeber lesen Sie, wie viel Edelmetall aus Altbeständen zurückkommt.

Was bedeutet das für Anleger und Sammler?

Diese Knappheit erklärt die heftigen Preisausschläge der vergangenen Monate: Am 29. Januar 2026 notierte Silber zeitweise über 121 Dollar je Unze, Anfang April 2026 lag der Preis wieder im Bereich von 75 Dollar (Quelle: Silver Institute). Hausse und Baisse liegen beim Silber eng beieinander, ein Thema, dem unsere Skulptur „Bulle & Bär“ eine eindrucksvolle Form gibt.

Meiner Erfahrung nach profitieren langfristig orientierte Anleger vor allem von physischem Silber, das sie selbst besitzen. Minenaktien bilden dagegen Unternehmensrisiken ab, von Erzgehalten bis zu Länderrisiken. Einen Überblick über Chancen und Grenzen finden Sie in unserem Beitrag Silber als Geldanlage.

Woher das Silber in unseren Skulpturen stammt

Zwischen Mine und Kunstwerk steht die Scheideanstalt. Sie bündelt Silber aus zahlreichen Minen und aus dem Recycling und veredelt es zu Barren mit standardisierter Reinheit. Wir von BullionArt verwenden ausschließlich Feinsilber 999 aus Barren etablierter Hersteller wie Degussa, Heraeus, Argor oder Umicore (siehe unsere FAQ). Diese Barren entsprechen dem internationalen Standard für Anlagebarren.

Im Wachsausschmelzverfahren entsteht daraus ein Unikat: Nach dem handgefertigten Modell entsteht ein Wachsmodell, das in feuerfeste Masse eingebettet und ausgeschmolzen wird. In den verbleibenden Hohlraum fließt flüssiges Feinsilber. Anschließend folgen die manuelle Nachbearbeitung, die Nummerierung und die Stempelung. Wie aus einem nüchternen Barren ein Werk von zeitloser Eleganz wird, beschreiben wir ausführlich in Vom Silberbarren zum Kunstwerk.

Für mich liegt genau hier der Reiz: Der Materialwert unserer Skulpturen folgt dem Silbermarkt, die künstlerische Handschrift bleibt dagegen einzigartig und unabhängig von jeder Minenstatistik. Warum diese Kombination auch als Inflationsschutz durch Kunst überzeugt, lesen Sie in einem eigenen Ratgeber.

Kunst aus Feinsilber entdecken


Fazit: Ein knappes Metall in wenigen Händen

Die Rangliste der Silberproduzenten erzählt nur die halbe Geschichte. Entscheidend für die Versorgung sind drei Faktoren: die hohe Konzentration auf wenige Länder, die Abhängigkeit von Kupfer, Zink, Blei und Gold sowie die schrumpfenden Reserven im bisherigen Spitzenland Mexiko. Solange Minen und Recycling die Nachfrage nicht decken, bleibt Silber ein knappes Gut mit ausgeprägten Preisschwankungen.
Eine Skulptur aus Feinsilber verbindet ästhetische Raffinesse mit bleibendem materiellem Wert. Gerne berate ich Sie persönlich: Nehmen Sie Kontakt mit uns auf.